Manche kennen uns schon, viele noch nicht: Wir sind SparKling Brass, das junge Blechblasensemble der Herrnhuter Brüdergemeine Neuwied. Seit nunmehr fünf Jahren spielen wir in unserer festen Besetzung aus acht Jugendlichen. Unsere gemeinsame Reise begann jedoch schon viel früher in Kindheitstagen: Über die klassische Jungbläserausbildung bei unserer engagierten Dirigentin und Leiterin Marion Kutscher und dem Neuwieder Bläserchor wuchsen wir über die Jahre fest zusammen.
Ausgelöst durch die erste Begleitung einer Singstunde steigerten wir unsere Fähigkeiten kontinuierlich bis hin zu eigenen Konzerten. Für unsere erste große Konzertreise sparten wir bereits seit einigen Jahren jeden Cent. Als Friedemann Schmidt-Eggert Inselpastor auf Spiekeroog wurde, standen er und Marion sofort im Kontakt und kurzerhand stand die Spiekeroog–Reise fest.
In der Nacht auf den 26.6.2026 fand kaum einer von uns Schlaf, bevor wir uns um Punkt 4 Uhr morgens im Auto auf der A3 in Richtung Norden befanden. Als wir vormittags in der Hafenstadt Neuharlingersiel eintrudelten wurde in allen das „jetzt-geht-es-richtig-los“ Gefühl entfacht. Am Hafen auf Spiekeroog angekommen, konnten wir Friedemann schon von der Fähre aus zuwinken, welcher uns mit einem Lastenfahrrad abholte (Spoiler: für unser Gepäck hat es nicht gereicht.).
Vor Ort sind wir direkt in das Inselleben eingetaucht. Dieser süße Ort, die unfassbar lieben Menschen und die entspannte Atmosphäre haben uns sofort begeistert. Gewohnt haben wir zu acht im Haus Seerose in einer kleinen Wohnung (mit nur einer Toilette...), in der wir miteinander gekocht, gespeist und gelebt haben - am Ende fühlten wir uns fast wie Geschwister.
Natürlich ging unser erster Ausflug nach der Fährankunft am Freitag sofort an den Strand – welch ein unbeschreibliches Gefühl das war! Dieser war in so ziemlich jeder freien Minute unser Zufluchtsort, dem wir jeden Tag, oft auch mehrmals, einen Besuch abgestattet haben. Kurz zum Inselmarkt, einen kleinen Snack besorgen (der eventuell bei dem einen oder der anderen auch mal von Möwen stibitzt wurde), und dann einfach die Wellen genießen. Nicht nur nachmittags – unsere Abende ließen wir eigentlich immer von Sonnenuntergang bis spät in die Nacht auf Picknickdecken am leeren Strand ausklingen. Diese Stunden am Meer haben in uns oft das Gefühl von „Ist das gerade wirklich real?“ ausgelöst.
Das Musikalische kam in dieser Woche aber auf keinen Fall zu kurz. In unseren Proben bereiteten wir uns auf das Konzert am Samstagabend vor. Wenn wir jedoch gerade nicht am Strand waren oder probten, konnte man uns mit hoher Wahrscheinlichkeit in den kleinen Straßen Spiekeroogs finden, in denen wir jeden Tag Musik gemacht haben. Zuerst war das nur eine saloppe Idee nach der ersten Probe am Freitag, letzten Endes entschieden wir uns aber dazu, die Leute jeden Tag für ein paar Stunden zu begeistern. Für uns war das eine komplett neue Erfahrung: Für etwas, wofür die Leute bei uns in Neuwied die Polizei wegen Lärmbelästigung gerufen hätten, ernteten wir auf der Insel begeisterte Zugabe-Rufe, Freigetränke, tanzende Kinder, eine erste eigene Zeichnung von uns und die pure Wertschätzung und Unterstützung von den Zuhörenden aus ganz Deutschland. Es ist nicht übertrieben zu behaupten, dass wir am Ende unserer Reise eine kleine Fangemeinschaft zurücklassen mussten.
„Das Allerschönste an der Reise war, Menschen mit unserer Freude eigene Freude zu schenken.“ ~ Freya Hoffmann
Viele Menschen sprachen uns an und wurden aufmerksam, sodass wir sie direkt zu unserem lang ersehnten Konzert am Samstagabend in der Inselkirche einladen konnten. Auch der Gottesdienst am darauffolgenden Sonntagmorgen, in dem wir ebenfalls zu hören waren, war gut besucht. Wir freuen uns, das wir so viele Menschen mit unserer Energie anstecken konnten. Geleitet wurden die Auftritte von Friedemann, der uns jederzeit ein herzliches Willkommensgefühl vermittelt hat.
Durch ihn durften wir Kirche und Gemeinschaft noch einmal ganz anders erleben – ein public viewing mit vorheriger Andacht zum kurzen Innehalten und Bitte um ein friedliches Spiel haben wir so noch nie erlebt. Nach unserer kurzen musikalischen Umrahmung wurden die Rückenlehnen der Kirchenbänke einfach in die andere Richtung geklappt. So konnten wir inmitten von ganz vielen Fußballfans auf einer großen Leinwand das Deutschlandspiel schauen. Als schönen Abschluss dieser unvergesslichen Reise bot Friedemann uns eine Führung in der alten Inselkirche an. Er öffnete sie extra für uns und erzählte authentisch und spannend, was es mit ihrer und der Geschichte der Insel auf sich hat.
Ihm und Marion sind wir sehr dankbar, dass sie uns diese Reise ermöglicht haben. Es war ein unfassbar schönes Erlebnis für uns, an das wir uns noch ganz lange erinnern werden. Und das Beste daran: Eine Konzertreise für das folgende Jahr steht bereits in Planung!
Falls ihr nun neugierig seid, was wir noch alles so machen, besucht doch gerne unsere neue Website: https://neuwied.ebu.de/skb oder auf schaut auf Instagram unter @sparklingbrass vorbei!
